«Emil via New York» und «Wahre Lügengeschichten» von Emil Steinberger»
02.07.2026 Kolumnen, Uttwil , Salmsach, RomanshornGabi Bruder
«Emil via New York» und «Wahre Lügengeschichten» von Emil Steinberger»
Das Buch liegt auf dem Nachttisch und dann zwischen Kissen und Stirn, wenn Sie aufwachen? Am nächsten Abend lesen Sie von derselben Stelle weiter, weil Sie sich nicht erinnern, was Sie gelesen hatten?
OK – dann sind Sie einfach wirklich zu müde oder nicht geboren für literarische Wälzer.
Rezept? Kurzgeschichten! Zum Beispiel von Emil.
Sie gehören zur Generation, die sich an Emil erinnert? – Haben schallend gelacht vor dem TV oder gar seine Nummern im Klassenlager nachgespielt?
Sie sind schon mal wie gerädert ins Bett gefallen nach einer Vorstellung heutiger Slam-Poeten oder Stand-up-Comedians, weil ihnen diese ihre Gags und Pointen im Sekundentakt um die Ohren geschlagen haben?
Nicht so bei Emil.
«Der Pöstler, der Feuerwehrmann» oder Emil mit dem Kinderwagen? Unvergesslich!
Emil beendete seine Bühnen-Kariere bereits 1987 und ist mittlerweile 93 Jahre alt.
Letztes Jahr besuchte er persönlich die Vorstellungen seines Porträt-Films «Typisch Emil» in den Open-Air-Kinos in der ganzen Schweiz. Sympathisch und bescheiden signierte er dort seine Bücher. «Wahre Lügengeschichten» las ich vor Jahren und nun kaufte ich «Emil via New York» signiert von der Schweizer Lach-Legende höchst persönlich.
Darin erzählt er Lustiges, aber auch Nachdenkliches.
Er wollte nach 37 Jahren auf der Bühne mal ein «Mr Nobody» sein und suchte sich dazu New York aus, wo er (meist) unerkannt während sechs Jahren die kulturelle Vielfalt geniessen konnte.
Seine Geschichten erzählen von der Bestellung eines Telefonanschlusses über geschmolzene «Schoggi-Bettmümpfeli» im Hotelbett bis zu einsetzender Wehen einer Theaterbesucherin, weil sie so viel lachen musste.
Nun, da ich sein verschmitztes Lächeln in seinem Gesicht selbst gesehen hatte, lese ich seine Kurzgeschichten erst recht mit Erstaunen und Bewunderung über sein Leben als Künstler, dem es am Herzen lag, die Menschen zum Lachen zu bringen.

