97,2 % der Schulaustretenden haben eine Anschlusslösung
09.07.2026 Schule&BildungMit Stichtag 30. Juni 2026 wurde die jährliche Umfrage bei den Lehrpersonen aller Abschlussklassen durchgeführt. Von den 2734 Schulaustretenden haben 2658 eine Anschlusslösung, das entspricht einer Quote von 97,2% (+1,1%). 2270 Schulaustretende (83%, unverändert) haben eine definitive Anschlusslösung, sie beginnen nach den Sommerferien eine berufliche Grundbildung EFZ oder EBA oder treten in eine weiterführende Schule ein.
76 Jugendliche wissen per 30. Juni 2026 noch nicht, wo ihr Platz nach den Sommerferien ist. Einerseits ist es so, dass etliche von ihnen kurz vor Abschluss eines Lehrvertrags stehen, aktuell gehen laufend neue Lehrverträge zur Bewilligung ein. Darüber hinaus lässt die grosse Zahl noch offener Lehrstellen hoffen, dass viele von ihnen noch einen Lehrvertrag mit Beginn 2026 unterschreiben können. Rund 463 Lehrstellen sind auf berufsberatung.ch per Anfang Juli 2026 für den Kanton Thurgau noch offen gemeldet. 86 davon sind zweijährige EBA-Ausbildungen, die mit einem eidgenössischen Berufsattest abgeschlossen werden. Besonders viele EBA-Lehrstellen stehen zum Beispiel in handwerklichen Berufen und im Detailhandel zur Verfügung.

Erläuterungen zu den Zahlen
Berufliche Grundbildung EFZ / EBA 1906 69,7%
69,7% der Schulaustretenden wählen im Sommer 2026 den Einstieg ins Berufsleben über eine berufliche Grundbildung. Dieser Anteil liegt seit Jahren konstant bei rund 70% (Vorjahr: 70,6%) und unterstreicht die starke Verankerung sowie das grosse Vertrauen in das duale Berufsbildungssystem. Wie bereits im Vorjahr steht der Beruf Fachmann/Fachfrau Gesundheit an der Spitze der meistgewählten Berufe. Die Zahl der Lehrverträge in diesem Berufsfeld ist gegenüber dem Vorjahr stabil geblieben. Obschon die Anzahl der Lehrverhältnisse bei den Kaufleuten leicht rückläufig ist, behauptet sich dieser Beruf auf dem zweiten Rang. Zulegen konnten die Detailhandelsfachleute sowie die Fachleute Betreuung, die jeweils rund 20 zusätzliche Lehrverhältnisse verzeichnen. Insgesamt umfasst die Liste der zehn meistgewählten Berufe dieselben Berufe wie im Vorjahr, wenngleich sich deren Rangierungen teilweise verändert haben.
Weiterführende Schulen 364 13,3%
13,3% der Schulaustretenden aus der 3. Sekundarschule entscheiden sich für eine weiterführende Schule. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einer Zunahme um 0,9 Prozentpunkte. Aussagen zur gesamten Mittelschulquote im Kanton Thurgau sind daraus jedoch nicht möglich, da Jugendliche, die bereits nach der 2. Sekundarschule an eine Mittelschule übertreten, in dieser Erhebung nicht erfasst werden.
Für die Beurteilung der tatsächlichen Maturitätsquote ist die längerfristige Entwicklung aussagekräftiger. Mit Stand November 2025 ist die Maturitätsquote im Kanton Thurgau über alle Maturitätstypen hinweg gegenüber dem Vorjahr um 0,7 Prozentpunkte gesunken. Während die gymnasiale Maturität um 0,2 Prozentpunkte zulegte, ging die Berufsmaturitätsquote um 1 Prozentpunkt zurück. Zur Glättung jährlicher Schwankungen publiziert das Bundesamt für Statistik diese Kennzahlen seit 2015 als Dreijahresdurchschnitte.

Brückenangebote und andere Anschlusslösungen 380 13,9%
Für ein kantonales Brückenangebot haben sich 283 Jugendliche angemeldet. Damit liegen die Anmeldezahlen leicht über dem Niveau der beiden Vorjahre. Insgesamt deuten die Anmeldezahlen auf eine stabile Situation auf dem Lehrstellenmarkt hin. Zur Kategorie «Brückenangebote und andere Anschlusslösungen» zählen nebst den kantonalen Brückenangeboten auch INSOS-PrA-Ausbildungen der IV, kantonale Integrationskurse, Fremdsprachen- und Au-pair-Aufenthalte, Privatschulen sowie Vollzeit-Betriebspraktika. Der Anteil dieser Kategorie hat gegenüber dem Vorjahr einen leichten Anstieg von 0.7 Prozentpunkten zu verzeichnen.
Noch keine Lösung 76 haben 2,8%
Obwohl die Zahl der Schulaustretenden gegenüber dem Vorjahr von 2664 auf 2734 angestiegen ist, hat sich die Anzahl Jugendlicher ohne Anschlusslösung von 103 auf 76 reduziert. Der Anteil sank damit von 3,8% auf 2,8%. Diese Entwicklung deutet auf eine insgesamt erfreuliche Situation beim Übergang von der Volksschule in die berufliche Grundbildung oder in andere Anschlusslösungen hin. Für die Jugendlichen ohne Anschlusslösung bleibt es wichtig, die vorhandenen Unterstützungsangebote zu nutzen. Dank der weiterhin möglichen Genehmigung von Lehrverträgen bis zu den Herbstferien bestehen für viele von ihnen gute Chancen, in den kommenden Wochen noch eine passende Lösung zu finden.
Wie bereits in den beiden Vorjahren wurden ausnahmslos alle Schulaustretenden gemeldet. Ein grosses Dankeschön an alle Lehrpersonen und Schulleitungen!
Amt für Berufsbildung und Berufsberatung des Kantons Thurgau