Kanton Thurgau löst Nutzungskonflikte in den Grundwasserschutzzonen

  15.05.2026 Politik

Der Regierungsrat des Kantons Thurgau hat den Abschlussbericht zum Projekt «Überprüfung der hydrogeologischen Grundlagen und Konformität der Grundwasserschutzzonen im Kanton Thurgau» zur Kenntnis genommen. Das in den Richtlinien des Regierungsrates 2020–2024 formulierte Ziel, mindestens 90 Prozent der Trinkwassermenge aus Quell- und Grundwasserfassungen durch rechtskonforme Schutzzonen zu sichern, wird nun erreicht.

Der Kanton Thurgau bezieht rund 60 Prozent der Trinkwassermenge aus Quell- und Grundwasserfassungen. Die Trinkwasserqualität ist gut und wird regelmässig vom kantonalen Laboratorium überprüft. Doch viele der Schutzzonen um diese Wasserfassungen erfüllten die gesetzlichen Vorgaben bisher nur teilweise. Bei 208 der insgesamt 228 Fassungen im Kanton Thurgau wurden kleinere oder grössere Nutzungskonflikte festgestellt. Dazu gehörten etwa fehlende oder unzureichende Strassenentwässerungen, Verletzungen der Grasnarbe, unzulässige Freizeitnutzungen wie Reitwege oder Feuerstellen, nicht zulässige Parkplatzbeläge sowie unzulässige Düngung von landwirtschaftlichen Kulturen.

Im Kanton Thurgau liefern die 40 grössten Fassungsanlagen rund 90 Prozent des Trinkwassers aus Quell- und Grundwasser. Bei 37 dieser Anlagen bestand Handlungsbedarf. Seit 2022 wurde mit den Betreibern verschiedene Massnahmen umgesetzt. Zwei der drei Fassungen ohne rechtsgültige Schutzzone sind nun gesichert, die dritte steht kurz vor dem Abschluss.

Bei sechs Schutzzonen wurde der dringende Handlungsbedarf durch die betroffenen Wasserversorgungen und Anlagebetreiber selbständig und nachweislich gelöst. Bei acht Schutzzonen mit dringendem Handlungsbedarf wurden die Betreiber direkt unterstützt. Bei gewissen Massnahmen, wie zum Beispiel bei einer schutzzonenkonformen Sanierung der Strassenentwässerung, ist ein längerer Planungszeitraum notwendig. Daher konnten nicht alle Massnahmen innerhalb der Projektdauer umgesetzt werden.

Die 20 verbliebenen Wasserversorgungen mit Schutzzonen mit mittel- bis langfristigem Handlungsbedarf wurden über die notwendigen Massnahmen zu deren Behebung in Kenntnis gesetzt.

Die Betreiber der aktuell verbleibenden 185 Fassungen, die zusammen rund 10 Prozent der Trinkwassermenge liefern, erhielten ein Dossier mit den festgestellten Defiziten sowie Lösungsvorschlägen. Anlässlich dreier Workshops wurden mit den betroffenen Fassungseigentümern mögliche Lösungsansätze diskutiert, die Zusammenarbeit war sehr konstruktiv und zielorientiert.

Kanton Thurgau
Staatskanzlei
 


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