Abwechslungsreiche, spannende Zeit

  03.02.2022 Schule&Bildung

Nach 44 Jahren wird Primarlehrer Willi Hauser pensioniert. Er kann auf eine bewegte Zeit zurückschauen.

Im April 1977 hat er mit einer 6. Klasse und 32 Kindern in Romanshorn als Primarlehrer angefangen. Gruppenunterricht und individualisierendes Lernen waren damals noch beschränkt möglich. Und die technischen Möglichkeiten mit Thermokopierer und Epidiaskop auch eher bescheiden: «Während meiner 44-jährgen Tätigkeit hat eine Reform die andere abgelöst. Das Frühfranzösisch habe ich sehr begrüsst und auch mit viel Freude erteilt. Nach wie vor denke ich, dass Fremdsprachen in Niveauklassen erteilt werden sollten. Andere Reformen funktionierten eher wie ein Hühnerstall: Wenn der Fuchs nicht mehr ums Haus streicht, flattern die Hühner zurück auf die Stange», meint er pointiert. Und auch wenn er der Einführung der Schulleitung erst skeptisch gegenüberstand, habe er die Chancen rasch erkannt. Die von ihr gewünschte Unterstützung habe er immer erhalten.

Klasse, Lager, Depot, Bibliothek    
Neben seiner Klassenlehrertätigkeit war er in 30 Sommer- und Skilagern mitbeteiligt, in vielen als deren Hauptleiter. Besonders stolz ist er auf die Einführung der Klassenlager in der hiesigen Primarschule: Anfänglich noch gegen den Willen von Behörde und Verwaltung, habe er dies mit Kollegen ausprobiert und letztlich als fixen Programmpunkt im Schulalltag platzieren können.    
Seit ebenso vielen Jahren ist Willi Hauser auch für das Materialdepot zuständig. Und er hat lange Jahre die Schulbibliothek betreut: «Die grösste Freude über all meine Dienstjahre war es zu sehen, wie wichtig sehr vielen Kindern das Lernen und das Weiterkommen gewesen ist. Ich habe immer wieder gestaunt, wie sie freiwillig zu Mehraufwand bereit waren. Und ich wurde nie enttäuscht, wenn ich auf die Hilfe von Eltern angewiesen war, beispielsweise bei meinen Sonderprojekten zum Thema Bodensee.» Für die Zukunft der Schule wünsche er sich, dass auf dem Respekt vor den Schülern aufgebaut werden müsse. Respekt nicht als Kniefall verstanden, sondern verbunden mit dem Umstand, dass Kinder früh lernen sollten, dass die anderen auch Rechte haben – im Sinn von: Die Freiheit des einen hört genau da auf, wo die Freiheit des anderen beginnt.

Markus Bösch

Abschied
Mit einem Liedpotpourri verabschiedeten Markus Scheuner und das Pestalozziteam ihren langjährigen Kollegen. Am Montag vor den Skiferien sangen sie ihm zu Ehren. Und Schulleiter Andreas Grünenfelder dankte ihm mit herzlichen Worten für sein Wirken, seine Kooperation und seine Treue zur Primarschulgemeinde.
 

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