Am Freudentag mit Weitsicht handeln
04.06.2026 Politik, RomanshornFelix Meier als höchster Thurgauer und Urs Martin als Regierungspräsdient: Romanshorn ist in Festlaune. Vor einer Woche wurde entsprechend gefeiert, gelobt und mit politischer Weitsicht und Humor in die Zukunft geschaut.
Wohltuend war der Anlass mitsamt dem musikalischen Rahmen und den durchdachten Reden und Statements: Fast alles drehte sich um Felix Meier, der gleichentags zum Präsidenten des Grossen Rates gewählt worden war. Und der seine Antrittsrede mit dem Bonmot beendete: «Ich möchte, dass mein politisches Handeln dereinst als enkeltauglich bestehen wird.»
Doch der Reihe nach.
Experte in klassischer Literatur
Im Kornhaus am Romanshorner Hafen verfolgten zahlreiche Freunde, Gäste, Weggefährten und Politgrössen augenzwinkernde, emotionale, humorvolle und überraschende Abschieds-, Gratulations- und Antrittsreden, begleitet von typischem lokalem Menü und umrahmt von passender Musik – sprich von Selina Schildknecht (Gesang und Gitarre) und den heimischen Singing Sailors. Stadträtin Celina Hug führte durch den Abend «dieses Freudentages für Romanshorn».
Stadtpräsident Roger Martin warb am Anlass für den «Upper Thurgau, der durchaus selbstbewusst auftreten darf als ein Kanton der verbindenden Art». Sein Namensvetter, Regierungspräsident Urs Martin, liess es sich nicht nehmen, Felix Meier mit Zitaten desselbigen zu loben, unter anderem mit «Als Experte in klassischer Literatur gelingt es dir immer wieder, cool und emotional und gleichzeitig bescheiden, seriöse Politik zu machen. Es ist dies heute ein grosser Tag für dich und Romanshorn, auf dass der Thurgau weiter blühen soll.»
Bodenhaftung und Blick nach vorn
Für die SP-Kantonalpräsidentin Marina Bruggmann indessen ist klar: «Du begegnest den Menschen respektvoll und damit dialogbereit. Deine Arbeit ist solide und sozial gerecht und zeugt von genauem Hinschauen, Offenheit.» Und, so der abtretende Grossratspräsident René Walther, sieht seinen Nachfolger als Exekutivpolitiker, der die grosse Sache Thurgau mit Demut, Fairness, Fähigkeit und Fleiss weiterbringt.
Felix Meier zeigte sich fast schon überwältigt von solcher Lobrede, liess seine vorbereitete Antrittsrede in der Mappe und sprach mehr oder weniger aus dem Stegreif: «Trotz all der wunderbaren Attribute glaube ich, dass Gewissheit auch Zweifel braucht und ganz grundsätzlich bin ich überzeugt: Es gilt immer, auch die andere Seite anzuhören, um sie zu verstehen und um dann zu widersprechen oder zuzustimmen… Schliesslich und letztlich hoffe ich, dass in und mit meinem politischen Handeln Enkeltauglichkeit Bestand haben wird.»
Markus Bösch












