Die Bezirksorganisation des Amtes für Betreibungs- und Konkurswesen bewährt sich
01.06.2026 Brennpunkt, RomanshornSeit dem 1. Juni 2016 ist das Amt für Betreibungs- und Konkurswesen (ABK) des Kantons Thurgau auf Bezirksebene organisiert. Rückblickend auf die vergangenen zehn Jahre haben sich die neuen Strukturen gut etabliert und die grossen Serviceeinheiten haben sich bewährt.
Bis vor zehn Jahren waren die Betreibungsämter und Friedensrichterämter im Kanton Thurgau noch kleinräumig in Kreisen und teilweise in Personalunion organisiert. Im Rahmen der Leistungsüberprüfung (LÜP) beschloss der Grosse Rat 2015, die Betreibungs- und Friedensrichterämter zu reorganisieren und auf Bezirksstufe zusammenzuführen. Die Umsetzung erfolgte mit Beginn der neuen Legislatur per 1. Juni 2016. Auf diesen Zeitpunkt hin setzte die Chefin des Departementes für Justiz und Sicherheit Roger Wiesendanger als neuen Amtsleiter ein, um die Reorganisation mit seinem Team umzusetzen und die neuen Strukturen aufzubauen.
Seither sind die Bezirksbetreibungsämter in Romanshorn (Bezirk Arbon), Frauenfeld, Kreuzlingen, Münchwilen und Weinfelden angesiedelt. Das zentrale Konkursamt sowie die Amtsleitung befinden sich am Bahnhofplatz 69 in Frauenfeld. Die bisherigen kleineren Standorte wurden schrittweise in die neuen Bezirksstrukturen integriert. So wurde die Aussenstelle Steckborn per 1. Januar 2023 in das Hauptamt Frauenfeld überführt und die Aussenstelle Bischofszell in das Hauptamt Weinfelden. Zudem wurden die Friedensrichterinnen und Friedensrichter per 1. Oktober 2025 aus dem ABK herausgelöst und in das neu geschaffene Amt für Friedensrichterwesen innerhalb der Justiz überführt.
Vielseitige Dienstleistungen
Bei den fünf Bezirksbetreibungsämtern und dem Konkursamt erbringen heute grössere Teams die vielseitigen Dienstleistungen im Schuldbetreibungs- und Konkurswesen. Sie vollziehen Betreibungen, führen Pfändungen durch, bearbeiten Konkursverfahren und unterstützen Gläubigerinnen und Gläubiger sowie Schuldnerinnen und Schuldner kompetent und effizient. Die Bezirksbetreibungsämter und das Konkursamt sind in den vergangenen zehn Jahren zu eigentlichen Service- und Kompetenzzentren gewachsen. Die Prozesse wurden harmonisiert, um Rechtssicherheit innerhalb des Kantons Thurgau, Effizienz und eine einheitliche Dienstleistungserbringung im ganzen Kanton sicherzustellen.
Gleichzeitig wurde die Digitalisierung konsequent vorangetrieben. Die End-to-End-Prozesse erfolgen heute weitgehend digital: Die gesamte Eingangspost wird gescannt und elektronisch zur Bearbeitung zugewiesen, der Versand erfolgt über eDruck-Lösungen und verschiedene Bewirtschaftungsprozesse werden durch Robotics Process Automation unterstützt. 2024 wurden die Weichen für eine zentrale Buchhaltung und ein zentrales Controlling gestellt. In den Bezirken werden nur noch die notwendigen Arbeiten vor Ort erledigt. Der Visumsprozess läuft digital über Workflows. Dadurch ist es möglich, steigende Fallzahlen ohne Stellenaufbau effizient zu bewältigen.
Umgang mit Klientinnen und Klienten anspruchsvoller
Das Amt für Betreibungs- und Konkurswesen beschäftigt derzeit 82 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zuzüglich neun Lernende und ein juristischer Praktikant an fünf Bezirksstandorten sowie dem zentralen Konkursamt und der Amtsleitung. Im Jahr 2025 wurden rund 70'421 neue Betreibungsverfahren sowie 667 Konkursfälle bearbeitet. Zudem sind die Fallzahlen in den vergangenen Jahren angestiegen. Gleichzeitig wurden die Fälle komplexer und auch der Umgang mit den Klientinnen und Klienten anspruchsvoller.
Detaillierte Fallzahlen sowie Informationen zur Organisation finden sich auf der Webseite des Amtes für Betreibungs- und Konkurswesen des Kantons Thurgau unter www.abk.tg.ch.
Amt für Betreibungs- und Konkurswesen des Kantons Thurgau