Es ist (fast) alles «Schön und gut»
04.06.2026 Kultur&Natur, RomanshornSie spielt eine Meise, eine Freundin, Theaterindentantin, Regisseurin und Polizist(in). Er verkörpert einen Baum, einen Polizisten, Gemeindeammann, Freund – und beide zusammen sind sie «Schön und gut»: Ihr Programm ist Name, Theater, Persiflage auf Stadt und Land – und so einfach die Geschichte daherkommt, so herausfordernd sind ihre Dialoge und Wortspielereien.
Das zu Recht zahlreich erschienene Bistro-Publikum war sich bewusst: Sich zurücklehnen und sich unterhalten lassen, geht auch – zumindest streckenweise – denn immer wieder, eigentlich fast immer, wechseln Anna-Katharina Rickert und Ralf Schlatter ihre Rollen, hüpfen von Spielszene zu Spielszene und garnieren die Geschichte von einer Blutbuche, die (nicht) gefällt werden soll mit tiefgründigen und überraschenden Zusammenhängen, die Präsenz verlangen. Wenn sie etwa vom befreiten Vogel zur Frage kommen, wer denn vogel-frei sein kann. Wenn aus der mittelalterlichen Pest plötzlich Pestizide werden. Wenn sie nach dem Seitenhieb auf «den Trottel von Amerika» ein Lied zur Demokratie singen und wohl zu Recht sagen, dass diese nur mit «Miteinander reden» und mit Haltung und Anstand zu haben ist.
Letztlich waren es zwei abendliche Stunden, die zeigten: Hochstehende Unterhaltung macht Spass und nachdenklich und ist eben, wie der Name schon sagt – «schön und gut».
Markus Bösch




