Häsch gwüsst...

  10.03.2022 Kolumnen

… dass ein Bäcker aus Romanshorn in seinem Leben rund zehn verschiedene Berufe oder spezielle Hobbys ausgeübt hat? Im heutigen Alter von 90 Jahren blickt er auf sein vielseitiges kreatives Leben zurück.

Alfons Knup begann vor 55 Jahren mit dem Sammeln und als Strahler von Kristallen und Mineralien.

Alfons Knup wuchs mit zwei Schwestern und einem Bruder an der Kastaudenstrasse in Romanshorn auf. Damals war dies noch ein kleiner Weiler mit wenigen Wohnhäusern und Landwirtschaft ringsum. Nach der Schulzeit in Romanshorn begann er eine Bäckerlehre in Romanshorn. Beruflich war er anschliessend in den Regionen Amriswil, Rorschach, Goldach, Winterthur und der Stadt Zürich tätig.

Messmer und Strahler in Winterthur
Nach den Arbeitsstellen in der Ostschweiz übernahm Alfons Knup gemeinsam mit seiner Frau Ruth eine Mesmerstelle bei der Kirchgemeinde in Winterthur. Zu seinen beruflichen Aufgaben gehörten unter anderem die Pflege der Umgebung, Bereitstellung der Kirchenräume für alle Anlässe und die Organisation von kirchlichen Basars.

Faszination Kristall
An einem Basar in Winterthur im Jahr 1967 lernte er den Strahler Kurt Aeschlimann kennen, der eigene Kristalle und Mineralien an seinem Stand verkaufte. Alfons Knup war sofort fasziniert von der Strahlkraft und Schönheit der ausgestellten Kristalle aus den Schweizer Bergen. Bald begann er mit Kurt Aeschlimann zusammen die Suche nach Kristallen und Mineralien im Alpsteingebiet, rund um den Säntis und mehreren Tälern in Graubünden. Etliche Male fanden sie kleine Kristallkluften. Gemeinsam begannen sie mit ihren Strahlerwerkzeugen die Kristalle sorgfältig vom Gestein zu lösen.

Strahler in der Schweiz, in Italien, Griechenland und auf Madagaskar
Es folgten Besuche an Mineralienbörsen in St. Gallen und viele Erkundungen in den Bergen mit mehreren Kollegen. Alfons Knup lernte immer mehr Strahler kennen und deren Kenntnisse von Fundorten und Kristalltypen. Je nach der Gesteinsart fanden sie abwechslungsweise kleine und grössere Kristallstufen, die sie zu Hause in Vitrinen ausstellten. Alfons Knup war über Jahrzehnte in den Regionen Berner Oberland, Wallis, Uri, Graubünden und Glarus unterwegs. Dies abwechslungsweise allein oder mit befreundeten Kollegen zusammen.
Auch während seiner Ferien in südlichen Ländern suchte er Kristalle und Mineralien, unter anderen in Italien, Griechenland und auf dem Inselstaat Madagaskar.
An Werktagen war er mit seinen Werkzeugen unterwegs. Mehrere dieser Fundorte in den südlichen Ländern besuchte er in den folgenden Jahren mehrmals und brachte stets eine schöne Anzahl Mineralien mit nach Hause.

Volle Vitrinen in Zürich
In seiner Stadtwohnung in Zürich füllte er bis zu fünf Vitrinen mit immer mehr Raritäten. Einzelne Fundstücke verkaufte er an interessierte Besucher. Auch in einer Drogerie in Zürich-Wollishofen stellte er längere Zeit besonders schöne Fundstücke im Ladengeschäft aus.
Vor seinem Umzug in die Ostschweiz im Alter von 88 Jahren in eine kleinere Alterswohnung musste er sich von vielen schönen und seltenen Mineralien trennen. Zum Glück fand er einige begeisterte Sammler, die seine Schätze aus den Bergen in Ehren halten.

Briefmarken, Ostereier bemalen, Scherenschnitte
Während 25 Jahren betreute Alfons Knup die Liegenschaft einer Bank mit 96 Kleinwohnungen für deren Angestellten. Er war als Hauswart, Gärtner und Mann für alle Fälle für die vielen jungen Bewohner angestellt. Er lernte auch Kollegen der Bank kennen, die einem eigenen Briefmarkenverein in Zürich angehörten. Von den Bankfilialen erhielten sie Hunderte Briefe von Kunden aus aller Welt geschenkt, zum Sortieren und Ausschneiden der Briefmarken.
So kam Alfons Knup auf die Idee, auch Briefmarken mit Motiven von Kristallen und Mineralien aus aller Welt zu sammeln. Im Verlauf von Jahrzehnten ist daraus auch eine Briefmarkensammlung entstanden.
Weitere Hobbys waren Scherenschnitte, Ostereier bemalen oder Wappenscheiben aus Glas.

Andreas von Bergen
 

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