Heinz Züllig aus Uttwil spendete zum 100. Mal Blut

  25.10.2026 Brennpunkt, Uttwil

Blut spenden ist für Heinz Züllig aus Uttwil Ehrensache. Er sieht es als seinen sozialen Beitrag für unsere Gesellschaft an. Als Nebeneffekt bietet ihm das Blutspenden auch eine gewisse Kontrolle der eigenen Gesundheit und ständige Erneuerung für sein eigenes Blut.

Den allerersten Picks zum Blutspenden erhielt Züllig in der Rekrutenschule, wo Blutspenden obligatorisch war. Es war keine gute Erfahrung: «Im Militär gehen sie ziemlich unsensibel um mit den Spendern. Es gibt kein grosses Ausruhen, kein Getränk, man muss gleich wieder antraben zur nächsten Übung. Dabei wäre das erste Mal die Gelegenheit, um die jungen Personen zu motivieren, weiter Blut zu spenden», findet Züllig. Erst ein paar Jahre später dachte er nochmals nach über den Sinn des Blutspendens: «Möchte ich lieber Blut spenden für jemanden, der dieses braucht, oder möchte ich selber einmal eine Blutspende brauchen?» In unserer Gesellschaft habe jeder Einzelne eine soziale Verantwortung. Andere spenden vielleicht Geld für einen guten Zweck und er spende eben Blut.

Ausdauer
Was Züllig macht, macht er engagiert und mit Ausdauer. So ist er seit Jahrzehnten Geschäftsführer der Vorsorgeeinrichtung der STUTZ-Gruppe in Hatswil und gestaltete den Aufbau und Ausbau der Pensionskasse mit.

So wie es im Arbeitsalltag für den täglichen Einsatz ab und zu etwas Überwindung brauche, sei man auch für das Blutspenden nicht immer gleich motiviert: «Ich habe Spritzen nicht gerne», sagt der authentische Mann. Doch dann überlegte er sich, ob er lieber Blut spenden oder Blut brauchen würde. Seit er den Blutspendeausweis habe, komme alle drei Monate automatisch eine Einladung dazu.

Sportlich unterwegs
Um tatsächlich hinzugehen und sich freiwillig stechen zu lassen, müsse man manchmal den inneren Schweinehund überwinden. Züllig motivierte sich dazu, regelmässig die Termine wahrzunehmen, indem er sich ein Ziel setzte: «Ich will es bis zur hundertsten Blutspende schaffen», sagte er sich vor über 40 Jahren.

Die ersten Spendenaufrufe waren in Romanshorn zweimal jährlich. Später war Amriswil der Spendeort. In der Regel fuhr er nach der Arbeit mit dem Velo zur Blutspende. Danach könne man ausruhen, bekomme etwas zu trinken und ein Brötchen. Dann ging es gleich weiter mit dem Velo heimwärts. In jüngeren Jahren sei er danach oft gleich noch ins Turnen beim Turnverein Salmsach gegangen. Allmählich sei er aber nach der Blutspende manchmal doch etwas kraftlos geworden. Das habe er bemerkt, wenn er bei Auenhofen den Stich hinaufgefahren sei Richtung Uttwil, wo Heinz Züllig wohnt. Immerhin werden bei einer Spende etwa 4,5 dl Blut «abgezapft», welches der Körper aber gleich wieder aufbaut und so zu einer Bluterneuerung angeregt wird. Etwa 45 Liter Blut kamen so bei den hundert Spenden zusammen.

Da Züllig vorläufig weiter spenden will, hat er bald die zehnfache Menge Blut gespendet, wie im Kreislauf eines erwachsenen Mannes durchschnittlich fliesst. Inzwischen lädt jeweils der Samariterverein Kesswil-Uttwil-Dozwil in der Mehrzweckhalle Uttwil an einem Dienstagabend im März und im Oktober zur Blutspende ein. Somit hat Züllig nachher einen kurzen Heimweg. 

Kontrolle der eigenen Gesundheit
Ein Nebeneffekt des Blutspendens sind gewisse Kontrollen der Gesundheit des Spenders. Einen Fragebogen mit Fragen zu aktuellen und durchgemachten Krankheiten, Impfungen, Operationen, Medikamenten und Auslandaufenthalten usw. müssen Spender jedes Mal gewissenhaft ausfüllen. Züllig erinnert sich, dass er einmal im November etwas verschnupft war, als er zur Blutspende ging. Er wurde von der Ärztin abgewiesen mit der Bemerkung: «Hat einen leichten Erkältungsschnupfen.» Das mag kleinlich wirken, aber so seien nun mal die Bestimmungen, und man könne nicht wissen, was sich aus einem leichten Schnupfen weiterentwickle. Das ist zum Schutz der Blutempfänger sehr wichtig.

Vor jeder Spende werden der Blutdruck, Puls und die Hämoglobinwerte gemessen. Das ist gleichzeitig ein Gesundheitscheck zur Vorbeugung von Herzkreislauferkrankungen und rechtzeitigem Erkennen von zum Beispiel Eisenmangel im Blut. Sollten bei der späteren Prüfung des Blutes kritische Werte erkannt werden, so wird man über den Hausarzt informiert.

Trudi Krieg
 

Infos zum Blutspenden im Thurgau
Unter samariter-thurgau.ch sind die genauen Voraussetzungen zum Blutspenden aufgelistet. Grundsätzlich kann jedermann/-frau bei guter Gesundheit ab 18 Jahren Blut spenden, Erstspender bis 60. Eine Anmeldung ist nicht nötig. Erstspender müssen mindestens 30 Minuten vor Ende am Ort sein, weil das erste Mal immer etwas länger dauert.
Die nächsten Spendetermine im Thurgau sind am 3. November im Alters- und Pflegezentrum Amriswil jeweils von 17 bis 20 Uhr. In Uttwil ist der nächste Blutspendetermin am 16. März 2027. Weitere Termine unter blutspende.ch


 


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