Investitionen in die Zukunft unserer Kinder – Budget 2027 der Primarschulgemeinde

  22.10.2026 Schule&Bildung, Romanshorn

Das Budget 2027 der Primarschulgemeinde Romanshorn weist bei einem zukünftigen Steuerfuss von 68 Prozent einen Aufwandüberschuss von 198’850 Franken aus. Die Erhöhung des Steuerfusses um 4 Prozentpunkte ist notwendig. Sie soll dazu beitragen, die finanzielle Stabilität der Schule langfristig zu sichern und das bestehende Bildungs- und Betreuungsangebot aufrechtzuerhalten.

Die Anforderungen an die Primarschule bleiben hoch. Die Zahl der Schülerinnen und Schüler bewegt sich weiterhin auf einem hohen Niveau. Während vor einigen Jahren Jahrgänge mit rund 90 Kindern üblich waren, liegt diese Zahl heute bei 120 Kindern. Dies machte die Bildung zusätzlicher Klassen inkl. Ausbau personeller und organisatorischer Strukturen erforderlich. Neben dem Regelunterricht beanspruchen Deutschförderung, schulische Heilpädagogik, Logopädie, Psychomotorik, Begabtenförderung, Schulsozialarbeit, Unterrichtsassistenzen und integrative Sonderschulungen erhebliche personelle Ressourcen.

Ziel bleibt es, allen Kindern unabhängig von ihren individuellen Voraussetzungen eine erfolgreiche Schulzeit zu ermöglichen. Dazu zählen sowohl die Förderung leistungsstarker Schülerinnen und Schüler als auch die gezielte Unterstützung von Kindern mit besonderem Förderbedarf. Die Erfahrungen zeigen, dass ausreichende Unterstützung im Unterricht sowie niederschwellige Hilfsangebote wesentlich zum Bildungserfolg beitragen.

Qualitätsentwicklung
Die Mitarbeitenden der Primarschule sollen regelmässig Weiterbildungen absolvieren können. Diese dienen der Sicherung und Weiterentwicklung der  Qualität in Unterricht, Betreuung, Führung und Betrieb sowie der fachlichen Qualifikation des gesamten Personals. Da entsprechende Weiterbildungen mit Kosten für Kursgebühren, Arbeitszeit und gegebenenfalls Stellvertretungen verbunden sind, müssen hierfür angemessene finanzielle Mittel bereitgestellt werden.

Infrastrukturpflege
Umfangreiche Investitionen in die Schulinfrastruktur stellen in den kommenden Jahren einen wesentlichen finanziellen Belastungsfaktor dar. Die Erweiterung und Erneuerung der Schulanlagen ist eine direkte Folge der steigenden Schülerzahlen sowie der langfristigen Entwicklung der Gemeinde. Im Mittelpunkt stehen der Neubau des Schulhauses Zelgli, die Mehrzweckhalle Bach, weitere bauliche Sanierungsprojekte sowie die Prüfung von Massnahmen zum sommerlichen Wärmeschutz. Diese Investitionen führen zu höheren Abschreibungen und zusätzlichen Finanzierungskosten. Die Abschreibungen von rund 977’000 Franken im Budgetjahr 2027 steigen auf über 1,7 Millionen Franken in den Folgejahren. Gleichzeitig erhöhen sich die Zinsaufwendungen aufgrund des zusätzlichen Finanzierungsbedarfs. Die daraus resultierenden Kosten werden den Finanzhaushalt der Primarschulgemeinde langfristig prägen. Diese Investitionen sind notwendig und unumgänglich. Zeitgemässe und ausreichend dimensionierte Schulräume bilden eine wichtige Voraussetzung für qualitativ guten Unterricht und eine nachhaltige Entwicklung des Bildungsstandorts Romanshorn.

Aufgabenteilung zwischen Stadt und Primarschule
Die Primarschulgemeinde übernimmt in Romanshorn verschiedene Aufgaben, die in anderen Gemeinden teilweise oder ganz von der politischen Gemeinde finanziert werden. Dazu zählen insbesondere die schulergänzende Tagesstruktur sowie Beiträge an die familienergänzende Kinderbetreuung im Vorschulalter. Diese Angebote leisten einen wichtigen Beitrag zur Attraktivität des Bildungsund Betreuungsstandorts Romanshorn. Gleichzeitig sind sie mit erheblichen Kosten verbunden, die über den Steuerfuss der Primarschulgemeinde finanziert werden müssen. Die Behörde ist überzeugt, dass all diese Leistungen einen bedeutenden gesellschaftlichen Mehrwert für Romanshorn schaffen.

Finanzielle Perspektiven
Die erwarteten Defizite der kommenden Jahre bewegen sich zwischen rund 74’000 und 371’000 Franken. Die Verschuldung nimmt vorübergehend zu, während das Eigenkapital schrittweise reduziert wird. Die finanzielle Situation bleibt durch die geplante Steuerfusserhöhung im Jahr 2027 insgesamt tragbar, erfordert aber weiterhin eine vorausschauende und zurückhaltende Finanzpolitik. Ende 2031 wird weiterhin ein Eigenkapital von rund 1,2 Millionen Franken erwartet.

Die Behörde verfolgt das Ziel, den Finanzhaushalt mittelfristig ins Gleichgewicht zu bringen. Die Ausgaben werden laufend überprüft und Prioritäten sorgfältig gesetzt. Gleichzeitig soll die Qualität der Bildung nicht darunter leiden. Auch künftig sollen alle Kinder in Romanshorn von optimalen Lern- und Entwicklungsmöglichkeiten profitieren können.

Vorabinfo zum Budget
Für die Ortsparteien und interessierte Stimmbürgerinnen und Stimmbürger besteht am 5. November um 18 Uhr die Möglichkeit, sich vorab zum Budget informieren zu lassen. Die Veranstaltung findet in der Aula Rebsamen an der Bahnhofstrasse 26a statt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

 


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