Kanton Thurgau sagt viermal Nein und einmal Ja

  09.03.2026 Politik, Romanshorn, Salmsach, Uttwil

Die Stimmberechtigten des Kantons Thurgau sagen Nein zur Bargeld-Initiative und nehmen den direkten Gegenentwurf an. Auch die SRG-Initiative, die Klimafonds-Initiative und die Individualbesteuerung werden abgelehnt. Zum neuen nebenamtlichen Mitglied des Bezirksgerichts Arbon wurde Patrick Odermatt (parteilos) gewählt.

50'628 Thurgauer Stimmbürgerinnen und Stimmbürger haben sich mit einem Nein-Stimmenanteil von 53,5 Prozent gegen die Volksinitiative «Ja zu einer unabhängigen, freien Schweizer Währung mit Münzen oder Banknoten (Bargeld ist Freiheit)» ausgesprochen. 44'073 (46,5 %) Personen sagten Ja zur Initiative. Der direkte Gegenentwurf (Bundesbeschluss über die schweizerische Währung und die Bargeldversorgung) erhielt 66'460 (71,4 %) Ja-Stimmen, 26'588 (28,6 %) Stimmberechtigte lehnten ihn ab. Bei der Stichfrage liegt der indirekte Gegenentwurf mit 55'355 (59,8 %) Stimmen vor der Initiative mit 37'254 (40,2 %) Stimmen. Die Stimmbeteiligung lag bei 54,1 Prozent.

«200 Franken sind genug! (SRG-Initiative)» 
Die Volksinitiative «200 Franken sind genug! (SRG-Initiative)» lehnten 54'726 (56%) Stimmberechtigte ab. 42'961 (44%) sagten Ja. Die Stimmbeteiligung lag bei 54,7 Prozent.

«Für eine gerechte Energie- und Klimapolitik»
Die Volksinitiative «Für eine gerechte Energie- und Klimapolitik: Investieren für Wohlstand, Arbeit und Umwelt (Klimafonds-Initiative)» wurde mit 76'249 (79,4%) Nein-Stimmen deutlich abgelehnt. Nur 19'832 (20,6 %) Personen hiessen die Initiative gut. Die Stimmbeteiligung lag bei 54,3 Prozent.

Bundesgesetz über die Individualbesteuerung
Das Bundesgesetz über die Individualbesteuerung (indirekter Gegenvorschlag zur Steuergerechtigkeits-Initiative) wurde mit einem Nein-Stimmenanteil von 60,8 Prozent abgelehnt. 37'909 (39,2 %) Stimmbürgerinnen sagten Ja. Die Stimmbeteiligung lag bei 54,6 Prozent.

Ersatzwahl eines nebenamtlichen Mitglieds des Bezirksgerichts Arbon
Im Bezirk Arbon fand die Ersatzwahl eines nebenamtlichen Mitglieds des Bezirksgerichts Arbon statt. Diese wurde nötig, weil Gabriela Senn (Die Mitte) per 31. Mai 2026 ihren Rücktritt erklärt hat. Offiziell kandidiert hatten Sabina Martin (Die Mitte) und Patrick Odermatt (parteilos). Gewählt wurde Patrick Odermatt (parteilos) mit 7420 Stimmen. Das absolute Mehr lag bei 6049 Stimmen. Die Wahlbeteiligung betrug 37,8 Prozent.

Einsatz von E-Voting erstmals in fünf Thurgauer Pilotgemeinden
Am Abstimmungssonntag startete E-Voting im Kanton Thurgau in eine einjährige Pilotphase auf Gemeindeebene. Erstmals konnten die Stimmberechtigten der fünf Politischen Gemeinden Amriswil, Bichelsee-Balterswil, Bischofszell, Hauptwil-Gottshaus und Kradolf-Schönenberg elektronisch abstimmen. Von dieser Möglichkeit machten 758 von 8899 Stimmenden (8,5 %) und von insgesamt 17'660 Stimmberechtigten (4,3 %) in diesen fünf Pilotgemeinden Gebrauch.

Die erste Abstimmung, bei der Stimmberechtigte aus fünf Thurgauer Gemeinden elektronisch abstimmen konnten, ist problemlos verlaufen. Nach der Auswertung der Pilotphase ist ab 2027 eine schrittweise Ausdehnung von E-Voting auf alle interessierten Politischen Gemeinden geplant. Die im Kanton Thurgau registrierten Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer könnten bereits seit dem 18. Juni 2023 elektronisch abstimmen und wählen.

Redaktion / Staatskanzlei Kanton Thurgau
 


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