Neue Wege für die Energieversorgung im Thurgau
04.10.2026 WirtschaftMit der Initiative «Modellprojekt Energiezukunft Thurgau» unterstützt die EKT Energiestiftung Thurgauer Energieversorgungsunternehmen (EVU) dabei, neue Ansätze für eine dezentrale und integrierte Energieversorgung umzusetzen. Die Stiftung übernimmt bis zu 50% der Kosten ausgewählter Projekte. Als Trägerschaft der Initiative wirken neben der Stiftung der Verband Thurgauischer Elektrizitätsversorgungen, der Verband Thurgauer Gemeinden und die EKT AG mit. Sie bringen Praxiserfahrung sowie Perspektiven von EVU und Gemeinden ein.
Der Ausbau dezentraler erneuerbarer Energiequellen, die zunehmende Elektrifizierung von Wärme und Mobilität sowie neue regulatorische Rahmenbedingungen verändern die Anforderungen an die Energieversorgung. EVU stehen vor der Herausforderung, Erzeugung, Verbrauch, Speicherung und Flexibilitäten zunehmend aufeinander abzustimmen und gleichzeitig eine sichere, wirtschaftliche und nachhaltige Energieversorgung zu gewährleisten.
Neben dem Netzausbau müssen EVU künftig verstärkt auf Flexibilitätsmanagement, Speicherlösungen, Digitalisierung und neue Formen der Zusammenarbeit mit Kunden und Partnern setzen.
Hier setzt die EKT Energiestiftung an und geht aktiv auf die Schlüsselakteure der Energiewende, die lokalen EVU, zu. Sie startet in Zusammenarbeit mit dem Verband Thurgauischer Elektrizitätsversorgungen (VTE), dem Verband Thurgauer Gemeinden (VTG) und der EKT AG die Initiative «Modellprojekt Energiezukunft Thurgau». Die Initiative unterstützt Thurgauer EVU dabei, neue Ansätze für eine dezentrale und integrierte Energieversorgung zu realisieren, indem bei ausgewählten Projekten maximal 50% der innovativen Umsetzungskosten übernommen werden.
Verschiedene Dimensionen verbinden
Konkret sucht die EKT Energiestiftung Modell- und Pilotprojekte, die Dimensionen wie Stromerzeugung, Speicherung und Flexibilität, Sektorkopplung, Digitalisierung und Steuerung, lokale Umsetzung sowie Community und Zusammenarbeit kombinieren.
Vorstellbar ist beispielsweise die Weiterentwicklung bestehender dezentraler Erzeugungsanlagen zu einer lokalen Energiegemeinschaft durch neue Organisations- und Versorgungsmodelle. Die Initiative richtet sich an EVU und Verteilnetzbetreibende aller Grössen im Kanton Thurgau. Sie können Projekte gemeinsam mit Gemeinden, Energiegemeinschaften und Energiegenossenschaften, Arealentwickelnden, Unternehmen oder weiteren lokalen Partnerinnen und Partnern einreichen.
Breite Abstützung
Die Initiative «Modellprojekt Energiezukunft Thurgau» wird von der EKT Energiestiftung lanciert. Sie stellt die Finanzierung sicher, koordiniert die Ausschreibung und sorgt für die fachliche Begleitung der Projekte. Breit abgestützt wird das Vorhaben durch eine Trägerschaft, der auch der VTE, der VTG und die EKT AG angehören. Die drei Organisationen bringen ihre Praxiserfahrung und die Perspektiven von Gemeinden und Energieversorgung ein.
Zweistufiger Selektionsprozess
Der Selektionsprozess verläuft zweistufig. Das lokale EVU übernimmt die Projektverantwortung und reicht im ersten Schritt eine kurze Beschreibung der Projektidee ein. Relevante Kriterien sind neben dem Innovationsgrad der Bezug zum Kanton Thurgau, die Übertragbarkeit der Erkenntnisse auf weitere EVU, Gemeinden oder Anwendungsbereiche sowie die positive Wirkung auf die Energieversorgung. Die EKT Energiestiftung wählt aus den Projektideen die vielversprechendsten aus und lädt die dahinterstehenden Teams anschliessend ein, einen vollständigen Förderantrag auszuarbeiten. Ende März 2027 wird der Stiftungsrat der EKT Energiestiftung darüber entscheiden, welche Projekte Unterstützung erhalten. Ein Beirat, dem Vertretern der Trägerorganisationen angehören, spricht entsprechende Empfehlungen zu Handen des Stiftungsrats aus.
Die Modellprojekte sollen andere EVU zur Umsetzung ähnlicher Projekte motivieren und die Resilienz der Thurgauer Energieversorgung insgesamt stärken. Projektideen können bis zum 15. Dezember 2026 bei der EKT Energiestiftung eingereicht werden.
Markus Bürgi, Vizepräsident Verband Thurgauer Gemeinden (VTG):
«Modellprojekt Energiezukunft Thurgau unterstützt Thurgauer Gemeinden und EVU dabei, trotz dem herausfordernden Tagesgeschäft innovative Ansätze umzusetzen. Dies trägt zur Versorgungssicherheit bei und kommt auch der Bevölkerung zugute.»
Erich Brunner, Präsident Verband Thurgauischer Elektrizitätsversorgungen (VTE):
«Die Anforderungen an die EVU im Kanton Thurgau verändern sich mit dem Zubau der erneuerbaren Energien und der Dezentralisierung der Stromproduktion rasant. Das Modellprojekt Energiezukunft Thurgau bietet unseren EW die Möglichkeit, sich mit diesen Veränderungen auseinanderzusetzen, konkrete Projekte zu entwickeln und dabei Erfahrungen zu sammeln, von denen die gesamte Branche profitieren kann.»
Adrian Bachmann, Mitglied der Geschäftsleitung EKT AG:
«Die EKT AG unterstützt die Initiative ‘Modellprojekt Energiezukunft Thurgau’, denn so können Energieversorgungsunternehmen neue Technologien und Geschäftsmodelle testen, wertvolle Erfahrungen sammeln und dieses Wissen mit der Branche teilen. Davon profitiert der gesamte Kanton Thurgau.»
Weitere Informationen
Über die EKT Energiestiftung www.ekt-energiestiftung.ch
Direkt zu «Modellprojekt Energiezukunft Thurgau»
www.ekt-energiestiftung.ch/foerderung/modellprojekte-energiezukunft-tg/
Energiestiftung
Die EKT Energiestiftung leistet einen Beitrag an eine sichere und nachhaltige Energieerzeugung und Energieversorgung sowie an den Klimaschutz. Dazu fördert sie innovative Projekte und Technologien rund um die erneuerbare Energieproduktion, die Energieeffizienz oder die Energiespeicherung in der Ostschweiz vor. Zudem fokussiert sie sich auf die Bildung und unterstützt Angebote in den Bereichen Aus- und Weiterbildung, welche das Wissen rund um Energie, Klima und die entsprechenden Zusammenhänge erweitern.
Die EKT Holding AG, die zu 100 Prozent im Besitz des Kantons Thurgau ist, hat die gemeinnützige «EKT Energiestiftung» Ende 2022 errichtet und gemeinsam mit dem Thurgauer Regierungsrat den Stiftungsrat ernannt. Für die Finanzierung der Stiftung setzt die EKT einen Teil ihrer Dividende aus der Beteiligung an der Axpo Holding AG ein.
