Öffentliche Volksschule im Kanton Thurgau wächst weiter
11.04.2026 Schule&BildungIm Jahr 2024 besuchten 33’400 Kinder und Jugendliche die öffentliche Schule im Kanton Thurgau. Die Zahl der Schülerinnen und Schüler stieg gegenüber dem Vorjahr um 520. Gleichzeitig nahmen die Bildungsausgaben der Regelschulen auf 650 Millionen Franken zu. Auch im Bereich der Sonderschulung setzte sich die Kostenentwicklung fort.
Im Kanton Thurgau hat sich das Wachstum der Schülerzahlen gegenüber den beiden Vorjahren abgeschwächt. Zusätzlich wurden rund 600 Kinder und Jugendliche in Privatschulen oder im Homeschooling unterrichtet.
Die Bevölkerungsszenarien des Kantons gehen davon aus, dass bis 2030 rund 1’700 weitere schulpflichtige Kinder und Jugendliche hinzukommen werden. Das entspricht bei heutigen Klassengrössen einem Bedarf von rund 90 zusätzlichen Klassen.
Hohe Ausgaben für die Regelschule
Die Bildungsausgaben der Regelschulen stiegen 2024 auf 650 Millionen Franken. Dies entspricht einem durchschnittlichen Aufwand von rund 20’000 Franken pro Schülerin oder Schüler. Gegenüber dem Vorjahr nahmen die Ausgaben um 5.8 Prozent zu. Damit verzeichneten die Regelschulen die stärkste Kostensteigerung seit Beginn der Erhebung vor 27 Jahren.
Unter Einbezug der Sonderschulung sowie weiterer kantonaler Finanzierungsaufgaben beliefen sich die Ausgaben für die öffentliche Volksschule im Jahr 2024 auf insgesamt 767 Millionen Franken.
Sonderschulung kostet erstmals über 100 Millionen Franken
Im Jahr 2024 wurden insgesamt 1’190 Kinder und Jugendliche separativ in einer Sonderschule oder integrativ in einer Regelschule sonderbeschult. Dies entspricht 3.6 Prozent aller Schülerinnen und Schüler der öffentlichen Schule. Gegenüber dem Vorjahr nahm die Zahl der Kinder und Jugendlichen mit Sonderschulbedarf um 7 Prozent zu. Die Ausgaben für die Sonderschulung stiegen auf 103 Millionen Franken.
Finanzlagen der Schulgemeinden insgesamt stabil
Trotz hoher Investitionen in Schulraum und Infrastruktur präsentiert sich die Finanzlage der Thurgauer Schulgemeinden insgesamt weiterhin solide. Der nach Einwohnern gewichtete Gesamtsteuerfuss der obligatorischen Regelschule lag 2024 bei 88.3 Prozent. Die Nettoverschuldung der Schulgemeinden belief sich auf rund 290 Millionen Franken und verbleibt damit auf einem guten Gesamtniveau. Die Investitionsausgaben lagen 2024 bei rund 96 Millionen Franken. Gleichzeitig entwickelte sich die Steuerkraft positiv und stieg gegenüber dem Vorjahr um rund sieben Prozent.
Rückläufige Beitragsleistungen an Regelschulen
Die Beitragsleistungen an finanzschwächere Regelschulen beliefen sich im Jahr 2024 auf 58 Millionen Franken. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Rückgang von mehr als zehn Prozent. Hauptgründe dafür sind die positive Entwicklung der Steuerkraft sowie der verlangsamte Anstieg der Schülerzahlen.
41 Prozent der Regelschulen leisteten Abschöpfungsbeiträge. Gleichzeitig konnte sich die Zahl der finanziell eigenständigen Schulen auf einem hohen Niveau stabilisieren. Heute können fast die Hälfte der Regelschulen ihren Leistungsauftrag ohne ergänzende Staatsbeiträge erfüllen.
Weiterer Handlungsbedarf
Die aktuellen Zahlen zeigen, dass die Volksschule im Kanton Thurgau weiterhin vor wachsenden Herausforderungen steht. Steigende Schülerzahlen, zusätzliche Anforderungen an Infrastruktur und Personal sowie höhere Kosten in der Regelschule und in der Sonderschulung werden die Schulen und den Kanton auch in den kommenden Jahren beschäftigen.
Die Broschüre «Schulfinanzen 2024» ist unter av.tg.ch Finanzstatistik (tg.ch) abrufbar
Amt für Volksschule des Kantons Thurgau