Regionalbuslinien neu vergeben
06.06.2026 Wirtschaft, RomanshornDas Bundesamt für Verkehr und der Regierungsrat des Kantons Thurgau beabsichtigen, sieben Buslinien des öffentlichen Verkehrs in der Region Amriswil an die Bus Ostschweiz AG und die Buslinie 722 Wil–Hosenruck–Weinfelden an die PostAuto AG zu vergeben. Das Busangebot in der Region Amriswil wird ab Dezember 2027 mit einer neuen Buslinie und zwei angepassten Buslinien ausgebaut.
Das Bundesamt für Verkehr hat zusammen mit dem Kanton Thurgau am 28. Oktober 2025 den Betrieb von sieben Buslinien in der Region Amriswil mit einer Gesamtleistung von rund 1.5 Millionen Kurskilometern pro Jahr sowie der Buslinie Wil–Hosenruck–Weinfelden mit rund 0.3 Millionen Kurskilometern pro Jahr ausgeschrieben. Bei vier der ausgeschriebenen Linien verfügt heute die Bus Ostschweiz AG über die Konzession, bei zwei Linien die PostAuto AG, eine Linie betreiben Bus Ostschweiz AG und Postauto AG gemeinsam, eine Linie ist neu. An der Ausschreibung beteiligten sich diese zwei Transportunternehmen. Die Auswertung der Offerten erfolgte durch Vertreter des Bundesamtes für Verkehr und des Kantons Thurgau sowie durch einen externe Beratungsfirma.
Ergebnis der Ausschreibung
Die Offerten wurden im Rahmen einer Nutzwertanalyse anhand von sechs Zuschlagskriterien im Rahmen einer von Bund und Kanton vorgängig festgelegten Bewertungsmethode beurteilt. Dabei flossen der Preis mit 45 Prozent und die Qualität der angebotenen Leistungen mit 55 Prozent in die Bewertung ein. Der Preis wurde anhand der Kosten über sieben Betriebsjahre beurteilt, bei der Qualität wurden Betriebsführung, Personal, Ökologie, Erfahrung und Marketing bewertet. Zu weiteren Aspekten, wie den Anstellungsbedingungen des Personals, wurden in den Ausschreibungsunterlagen Vorgaben definiert.
Die Bewertung zeigte, dass die Bus Ostschweiz AG das beste Preis-Leistungsverhältnis für die Buslinien der Region Amriswil anbietet. Mit knapp 10 Prozent zusätzlichen Kosten können 20 Prozent zusätzliche Fahrplankilometer angeboten werden. Ab Dezember 2027 werden eine neue Buslinie Romanshorn–Salmsach angeboten, die Buslinie 942 von Amriswil nach Sulgen verlängert und die Buslinie 944 zu einem Zweirichtungsrundkurs Amriswil–Dozwil–Sommeri–Amriswil ausgebaut. Für die Buslinie Wil–Hosenruck–Weinfelden erzielte die PostAuto AG das beste Preis-Leistungsverhältnis. Mit einem leicht angepassten Fahrplan und bei gleichbleibender Qualität sinken die Kosten gegenüber heute um 20 Prozent.
Das Bundesamt für Verkehr hat die betroffenen Transportunternehmen über die Vergabeabsicht der Besteller informiert und wird nun das zugehörige Konzessionserteilungsverfahren eröffnen. Dieses soll im August dieses Jahres mit dem Vergabeentscheid abgeschlossen werden.
Ziele wurden vollumfänglich erreicht
Der Kanton Thurgau hat die Ausschreibungsgrundsätze für Regionalverkehrsleistungen im Jahr 2024 neu festgelegt. Die Ausschreibung der acht Buslinien ist eine Folge dieser Ausschreibungsgrundsätze und hatte zum Ziel, die preisliche und qualitative Wettbewerbsfähigkeit des öffentlichen Regionalverkehrs zu verbessern. Dieses Ziel wurde vollumfänglich erreicht. Die Bus Ostschweiz AG erbringt die Fahrleistung in der Region Amriswil und die PostAuto AG die Buslinie Weinfelden–Hosenruck–Wil zu tieferen Kosten als heute. Die eingesparten Mittel können für den bedürfnisgerechten Ausbau des öffentlichen Verkehrs eingesetzt werden. Gleichzeitig wird der öffentliche Verkehr durch den vermehrten Einsatz von Elektrobussen auf diesen Linien noch nachhaltiger. Der Nutzen der Ausschreibung (tiefere Abgeltung) übersteigt die damit verbundenen Kosten (externe Unterstützung, Eigenleistungen Bund und Kanton etc.) um ein Vielfaches.
Departement für Inneres und Volkswirtschaft des Kantons Thurgau