Spatenstich fürs Talenticum: Romanshorn schreibt Bildungsgeschichte
11.06.2026 Schule&Bildung, RomanshornMit dem symbolischen Spatenstich ist am Mittwoch, 3. Juni, der Grundstein für das Talenticum gelegt worden. Auf dem künftigen Areal versammelten sich Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Bildung, Wirtschaft und Bauwesen, um den Baustart eines Projekts zu feiern, das weit über Romanshorn hinaus ausstrahlen soll.
Möglich gemacht wird das Talenticum durch die Stiftung von Regula und Fredy Lienhard und deren Wunsch, der Gesellschaft etwas zurückzugeben und Kindern sowie Jugendlichen neue Räume der Entfaltung zu eröffnen. Im Zentrum des Projekts steht, wie junge Menschen ihre Stärken entdecken, Selbstvertrauen gewinnen und erleben, dass sie etwas bewirken können.
Von Beginn an pädagogisch mitgeprägt
Entstanden ist die Idee gemeinsam mit Peter Fratton, der das Talenticum von Beginn an pädagogisch mitgeprägt hat. Er betont, dass das Talenticum keine Schule, sondern eine Ergänzung zur öffentlichen Volksschule sei: ein Ort, an dem Kinder und Jugendliche ihren Interessen nachgehen, ihre Talente erproben und Mut für eine sich wandelnde Welt gewinnen können. Dabei geht es nicht um Prüfungen, sondern um Persönlichkeitsentwicklung, Neugier und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten.
Diese Haltung soll sich auch in der Architektur zeigen. Carlos Martinez, der Architekt, hat deswegen kein herkömmliches Schulgebäude, sondern eine offene Lernlandschaft mit Begegnungszonen, Rückzugsorten und Räumen für Kreativität, Austausch und Entdeckung entworfen. Ein zentrales Element wird eine Treppenskulptur sein, die gemeinsam mit der ETH entwickelt und mithilfe moderner 3D-Druck-Technologie umgesetzt werden soll. Damit verbindet das Talenticum pädagogische Vision, architektonische Innovation und digitales Bauen.
Gemeinsam Zukunft schaffen
Für Romanshorn als Bildungsstadt ist das Projekt ein starkes Zeichen. Stadtpräsident Roger Martin würdigte den Pioniergeist, der in diesem Vorhaben sichtbar werde. Das Talenticum zeige, wie privates Engagement und öffentliches Interesse gemeinsam Zukunft schaffen können.
Ein besonderer Moment der Feier war das Befüllen einer Kupferbox als Zeitkapsel. Darin wurden persönliche und symbolische Gegenstände für kommende Generationen hinterlegt. Anschliessend wurde die Grundsteinlegung bei einem gemeinsamen Mittagessen gefeiert.
Mit dem Baustart beginnt nun die sichtbare Umsetzung eines Projekts, das weit mehr sein will als ein Gebäude: ein Ort, an dem junge Menschen ihre Talente entdecken, ihre Persönlichkeit stärken und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten gewinnen können.
Sandra von Siebenthal


