TreffpunktTisch – Ein Platz der Begegnungen
05.03.2026 Wirtschaft, RomanshornEin langer Tisch mit zwei Bänken wird in Romanshorn zum Ort der Begegnung: Seit Herbst 2025 wird der Treffpunkt-Tisch im Restaurant Panem neu belebt – und trifft einen Nerv der Zeit.
In einer schnelllebigen und zunehmend individualisierten Welt wächst das Bedürfnis nach echten Begegnungen. Genau hier setzt der TreffpunktTisch an. Der markante Tisch im «Panem» steht grundsätzlich immer zur Verfügung – als offener Ort für Austausch. Wer möchte, kann Platz nehmen. Ob sich ein Gespräch ergibt, bleibt offen.
Ein Tisch, viele Geschichten
Einmal im Monat jedoch, jeweils am dritten Mittwoch ab 18 Uhr, wird bewusst eingeladen. Unter dem Motto «Treffen & Geniessen» entsteht ein fixer Treffpunkt, der Orientierung gibt und Hemmschwellen senkt. Ein T-Holzsteller mit Logo macht den Tisch sofort erkennbar.
Die Idee stammt von Gabriel Holten. Bereits 2013 initiierte er im Raum St. Gallen den ersten TreffpunktTisch, nachdem ihm aufgefallen war, wie viele Menschen – besonders ältere – allein essen. «Das hat mich beschäftigt», sagt er. Zusammen mit zwei Freunden entstand die Vision, Menschen bewusst zusammenzubringen.
Seine Philosophie: jene verbinden, die sonst allein bleiben oder sich nicht trauen würden, allein ein Restaurant zu betreten. Begegnungen ermöglichen, Gesprä- che anstossen, Netzwerke schaffen. «Im Zentrum stehen die Menschen», betont Holten. Frühere Durchführungen zeigten das Potenzial: Bis zu 20 Personen sassen generationenübergreifend an einem Tisch. Genau solche Momente sollen auch in Romanshorn entstehen.
Beide – Holten und Panem-Gastgeber Moez Ouerfelli – wissen, dass sich ein solches Angebot entwickeln muss. «Ohne festen Termin entsteht Unsicherheit.» Der monatliche Treffpunkt schafft Verlässlichkeit. Erste wiederkehrende Gäste zeigen: Der Tisch beginnt zu leben.
Gastfreundschaft mit Haltung
Für Moez Ouerfelli ist der Treffpunkt-Tisch mehr als ein Zusatzangebot. «Wir sehen eine Zunahme von einsamen Menschen – auch unter unseren Stammgästen», sagt er. Ein Restaurant könne mehr sein als ein Ort zum Essen: «Wir bieten Raum für Begegnung.»
Der Tisch bleibt dauerhaft offen, der monatliche Anlass setzt einen Impuls. Bei den bisherigen Treffen waren sowohl Holten als auch Ouerfelli persönlich anwesend – aus Überzeugung. Obwohl Mittwoch sein freier Tag ist, kam Ouerfelli bewusst vorbei. Ein Zeichen der Wertschätzung.
«Es entstehen Begegnungen und Freundschaften.» Am langen Tisch sitzen Paare neben Einzelpersonen, Jüngere neben Älteren. Diese Durchmischung macht den Reiz aus. Das Personal weist Gäste, die allein kommen, aktiv auf das Angebot hin. Der gleiche Tisch sorgt für Wiedererkennung.
18. März – «nehmt gerne Platz»
Für Moez Ouerfelli entsteht ein Mehrwert – vor allem menschlich. «Zufriedene Gäste, die sich willkommen fühlen, sind das Wichtigste», sagt er. Sein Wunsch: Das «Panem» soll Treffpunkt für alle sein – ein sozialer Raum in der Stadt. «Es ist mir ein Anliegen, der Gemeinschaft etwas zurückzugeben und Begegnung möglich zu machen.» Beide – Initiant und Gastronom – sind überzeugt: Begegnung entsteht nicht zufällig. Sie braucht Orte, die offen sind, und Menschen, die sich dafür einsetzen. Der TreffpunktTisch ist eine Einladung: reinschauen, Platz nehmen, ins Gespräch kommen. Ein Platz an der langen Bank genügt.
Weitere Informationen für Gäste und interessierte Gastronominnen und Gastronomen sind auf treffpunkttisch.ch zu finden.
Das nächste «koordinierte Treffen» findet am Mittwoch, 18. März, um 18 Uhr im «Panem» statt.
Conny David





