Warum die Schule heute mehr Präsenz braucht
08.10.2026 Schule&Bildung, RomanshornDer Schulalltag hat sich in den letzten Jahren spürbar verändert. Kinder kommen mit vielfältigeren Bedürfnissen in die Schule: Sprachförderung, Entwicklungsverzögerung, Begabtenförderung, Verhaltensauffälligkeiten und psychische Belastungen verlangen nach zusätzlicher Begleitung.
Auch komplexere Familienrealitäten, etwa fehlende Tagesstrukturen oder Belastungen im häuslichen Umfeld, führen dazu, dass Kinder mehr Unterstützung benötigen. Gleichzeitig bringt die Digitalisierung neue Herausforderungen mit sich. Unterschiedliche Medienkompetenzen, Konzentrationsschwierigkeiten und fehlende Lernstrategien prägen den Alltag vieler Klassen. Diese Entwicklungen zeigen, dass die Schule als Spiegel der Gesellschaft mitwachsen muss und mehr professionelle Präsenz braucht.
Für Lehrpersonen bedeutet das eine Verschiebung ihres Arbeitsalltags. Neben dem Unterrichten nehmen Begleitung, Konfliktlösung, Elternarbeit, Förderplanung und Dokumentation immer mehr Raum ein. Überforderung, soziale Konflikte oder fehlende Selbstregulation benötigen Zeit und fachliches Know-how. Die Belastung vieler Teams ist hoch, was zu Ausfällen führt und den Fachkräftemangel verschärft. Damit Unterricht verlässlich stattfinden kann, braucht es stabile Strukturen und genügend qualifiziertes Personal.
Unterrichtsassistenzen und Fachpersonen spielen dabei eine zentrale Rolle. Sie ermöglichen es Lehrpersonen, sich auf den Unterricht zu konzentrieren, während Kinder individuell oder in Kleingruppen unterstützt werden. Fachpersonen aus Heilpädagogik, Schulsozialarbeit, Psychomotorik oder Logopädie sorgen dafür, dass Kinder frühzeitig die passende Förderung erhalten, bevor Schwierigkeiten grösser werden. Breiter aufgestellte Teams können zudem Absenzen besser auffangen und Unterrichtsausfall reduzieren.
Prävention wirkt doppelt: Sie stärkt die Kinder und verhindert spätere, aufwendigere Massnahmen.
Lehrpersonen Primarschule Romanshorn