1:1-Zusatztest: Steinschlagschutz-Barriere unter simultanem Einschlag

  06.05.2026 Wirtschaft, Romanshorn

Steinschlagereignisse bestehen nur selten aus einem einzelnen, isolierten Block. In der Realität wirken oft mehrere Steine gleichzeitig und an unterschiedlichen Stellen auf Schutzsysteme ein. Um diese Bedingungen besser abzubilden, setzt Geobrugg sein erweitertes Testprogramm mit einem simultanen Einschlagtest an einer ROCCO-500-kJ-Steinschlagschutz-Barriere fort.

Bei dieser Testkonfiguration treffen zwei Blöcke gleichzeitig auf die Barriere, mit jeweils 250 kJ Einschlagenergie und einer Gesamtenergie von 500 kJ. Die Einschläge erfolgen bewusst asymmetrisch: Ein Block zielt ins Mittelfeld der Barriere, während der zweite das angrenzende Randfeld trifft.

Dieser Aufbau ermöglicht es den Geobrugg-Steinschlagfachleuten, Lastinteraktionen, Kraftübertragung und Verformungsverhalten über benachbarte Felder hinweg zu untersuchen. Der Test liefert wertvolle Erkenntnisse darüber, wie flexible Barrieren reagieren, wenn Energie ungleichmässig verteilt wird – eine typische Situation bei natürlichen Steinschlagereignissen.

Die Erkenntnisse werden in die laufende Weiterentwicklung und Optimierung von Steinschlagschutzsystemen einfliessen und unterstützen eine Prüfphilosophie, die über standardisierte Laborbedingungen hinausgeht.

Zitat Helene Lanter, Leiterin Forschung und Entwicklung Geobrugg (CTO)
«Mit diesen Tests erweitern wir systematisch unser Verständnis dafür, wie sich Schutzsysteme unter realistischen Bedingungen verhalten. ROCCO-Schutzbarrieren sind darauf ausgelegt, zuverlässig zu funktionieren – auch wenn Einschläge gleichzeitig und ausserhalb idealisierter Testszenarien auftreten.»


Testen über den Standardlastfall hinaus
Konventionelle Zulassungstests gemäss aktuellen Richtlinien sehen einen einzelnen Einschlag im Zentrum des Mittelfeldes vor. Dieser Ansatz gewährleistet zwar Wiederholbarkeit, bildet jedoch die Komplexität realer Steinschlagereignisse nicht ab. In der Natur können Blöcke gleichzeitig in Randfelder, Stützen oder Ecken einschlagen.

Erfahrungen aus früheren Grossversuchen zeigen, dass simultane Einschläge höhere Spitzenkräfte erzeugen können, da die Verformungsmöglichkeiten stärker eingeschränkt sind. Die Schmetterlingsnetz-Geometrie des ROCCO-Systems ist speziell darauf ausgelegt, diese Herausforderung zu bewältigen: Sie ermöglicht zusätzliche Verformungswege und eine verbesserte Lastumverteilung.

Warum dieser Test wichtig ist

  • Steinschläge nehmen wegen Klimawandel und Wetterextremen zu
  • Normierte Verfahren bilden die Realität nicht ab
  • Mehrfacheinschläge und fragmentierte Blöcke sind in der Natur die Regel
  • Geobrugg bringt als erste Firma weltweit dieses neue Testverfahren in die Praxis
  • Simultaner Maximal-Energie-Level-Test mit zwei Blöcken, jeweils 50 % der Energie – Barrieren-Mittelfeld + Randfeld
  • 32 Meter / 105 ft Fallhöhe, 25 m/s / 82 ft/s Einschlaggeschwindigkeit, zwei Blöcke von je 800 kg / 1764 lb
  • Erwartung: höhere Spitzenkräfte als bei Standard-Maximal-Energie-Level-Tests; Netzgeometrie entscheidend
  • Kontext: Ergänzung der etablierten Testverfahren um realistischere Lastfälle; EAD 340059-00-0106, ehem. ETAG 027

Was das ROCCO-Barrierenkonzept auszeichnet
ROCCO-Steinschlagschutz-Barrieren sind für Mehrfachtreffer, exzentrische Treffer und häufige Einschläge ausgelegt. Ihre Schmetterlingsnetz-Geometrie unterstützt eine kontrollierte Verformung und eine wirksame Lastumverteilung im gesamten System. Der erweiterte Prüfansatz von Geobrugg umfasst zudem zusätzliche Gefahrenszenarien wie Baumfall und flachgründige Rutschungen und trägt damit der zunehmenden Komplexität von Naturgefahren Rechnung.

BRUGG GROUP AG 

Video LiveTest / by Geobrugg


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