Zwei Ausstellungsprojekte bespielen das Werk2 in Arbon im Jahr 2027
07.06.2026 Kultur&NaturDer Kanton Thurgau hat die ehemalige Webmaschinenhalle Werk2 in Arbon erstmals für Projekte von freien Kulturschaffenden und Kulturakteuren ausgeschrieben. Eine Fachjury wählte nun zwei Siegerprojekte, die im Jahr 2027 im Werk2 in Arbon umgesetzt werden.
Die ehemalige Saurer Webmaschinenhalle, das Werk2 in Arbon, wird vom Kanton Thurgau zu einem interdisziplinären Themenhaus und zu einem neuen kulturellen Erlebniszentrum entwickelt. Bis zur grossen Eröffnung in rund zehn Jahren können 400 m2 im ersten Obergeschoss kulturell zwischengenutzt werden. In den ungeraden Jahren, erstmals 2027, wird das Werk2 interessierten Dritten als Plattform für eigene Projekte zur Verfügung gestellt. Eine breit abgestützte Fachjury hat nun aus elf Eingaben zwei Siegerprojekte für das Jahr 2027 ausgewählt.
Von Mai bis Juni 2027 wird das Projekt «FLASHBACK» einer Gruppe Kunstschaffender um Katharina Henking und Guido R. von Stürler zu sehen sein. FLASHBACK ist eine umfassende Rückschau auf die Ostschweizer Kunstszene der 1980er- und 1990er-Jahre – eine Zeit, in der sich zwischen Kreuzlingen, Bodensee, Thurgau und St. Gallen ein intensiver kultureller Aufbruch vollzog. Vieles, was damals entstand, prägt die kulturelle Landschaft bis heute: neue Ausstellungsformen, alternative Räume, Initiativen wie die Kunsthallen in St. Gallen und Wil, der Kunstraum Kreuzlingen oder das Sommeratelier Weinfelden.
Rund 20 bis 25 Künstlerinnen und Künstler zeigen Werke aus dieser Zeit: Malerei, Skulptur, Zeichnung, Grafik, Fotografie, Video/Film und Performance und schlagen gleichzeitig den Bogen in die Gegenwart mit aktuellen Arbeiten und einem umfassenden Vermittlungsprogramm.
«Arbeit. Liebe. Not.»
Im September 2027 kommt das Projekt «Arbeit. Liebe. Not.» der Kulturanthropologin Edith Werffeli zur Umsetzung. «Arbeit. Liebe. Not.» ist eine partizipative Ausstellung über Migration als menschliche Grundkonstante und gesellschaftliche Realität. Sie verbindet persönliche (Migrations-)Geschichten mit regionaler Geschichte, lokale Perspektiven mit globalen Zusammenhängen und museale Praxis mit kultureller Teilhabe. Durch gemeinsames Erzählen, Sammeln und Ausstellen entsteht ein Raum der Begegnung, Anerkennung und Verständigung inmitten der Webmaschinenhalle Arbon und weit darüber hinaus.
Die Ausstellung richtet sich an ein breites Publikum in der Region und bindet lokale Akteurinnen und Akteure und Communitys in Vermittlungs- und Beteiligungsformate ein.
Der diesjährigen Jury gehörten an: Philipp Kuhn, Leiter Kulturamt (Jury-Vorsitz), Michelle Geser, wissenschaftliche Mitarbeiterin Kulturamt, Noemi Bearth, Direktorin Historisches Museum Thurgau, Hans Jörg Höhener, Präsident Kulturkommission Kanton Thurgau, René Walther, Stadtpräsident Arbon, Samuel Struhs, Standortförderer Stadt Arbon, Rachel Lumsden, Bildende Künstlerin, Linda Heller, Tanzschaffende, Daniela Schilhab, Geschäftsführerin muse.tg (Verein Museen im Thurgau).
Kulturamt des Kantons Thurgau