Zwei Chöre singen das Ende einer Ausstellung und einer Ära ein
05.11.2026 Kultur&Natur, RomanshornSie traten fast gleichzeitig auf – und mit ihrem faszinierenden, schönen, gleichwohl sehr verschiedenen Liedgut bildeten sie die Schlusspunkte – einerseits der Ausstellung «reizig» im Kornhaus und anderseits der Ära «Musik und Poesie» im Museum.
Die eine Veranstaltung dauerte grade mal zwei Wochen, die andere Veranstaltungsreihe 18 Jahre! Beides wurde musikalisch verabschiedet.
Zum ersten Anlass: Im Kornhaus trat der Chor «vocaljazzaffair» unter der Leitung von Rita Keller auf, am Piano begleitet von der Koryphäe Jürgen Weidele. Über 100 Besucherinnen und Besucher kamen so in den Genuss eines überaus breiten Repertoires an weltbekannten Swingund Jazzmelodien und Popsongs. Dem gemischten Chor (notabene sind Männerstimmen gesucht) gelang es, zu begeistern – und so mit diesem Konzert einen würdigen, sprich passenden und reizenden Abschluss der gleichnamigen Ausstellung zu bieten.
Liedermacher, Chöre, gespickt mit Poesie
In der Alten Kirche oblag es Stöff Sutter, zusammen mit der A-cappella-Formation «ensemble encanto» unter der Leitung von Rahel Bitzerin-Simmen, sich zu verabschieden, vorläufig zumindest.
Geboten wurde den 160 Zuhörern Volkslieder und Chansons zu «Heimat, Liebe und Sehnsucht» − immer verbunden und erweitert mit den gewohnt Sutter’schen Versgeschichten. Überraschend, witzig und persönlich.
Eine Ära mit dreissig Konzerten
2008 habe er mit Liedermacher-Abenden im Museum begonnen, so der Initiant: «Die Idee war, in den Raum, wo Geschichte präsentiert wird, Künstler zu holen, die Geschichten singen. Rasch kamen dann Chöre dazu, und als Ergänzung meine Verse. Oft war das Museum zum Bersten voll und manchmal wurde auch bis in die Morgenstunden weitergesungen. Einmal hatten wir ein Musikensemble der besonderen Art, fast schon eine Weltpremiere. Jetzt steht fest: Die zwar erfreulich hohen Publikumszahlen lassen sich nicht mehr vereinbaren mit feuerpolizeilichen Auflagen, darum sind wir heute auch – zum Abschluss – in die Alte Kirche ausgewichen. Schön wäre es, wenn dieses Format in einer kleineren weiterleben könnte. Wobei wir nicht in andere Räume ausweichen wollen, sind wir doch mit dem Museum verbunden. Doch gut möglich, dass der Anlass in etwas anderer Form auferstehen wird. On verra».
Markus Bösch







