Auf ein Wort

  25.06.2026 Romanshorn: offizielle Mitteilungen

Mit der Aufwertung des Bahnhofplatzes, der Entwicklung der unteren Bahnhofstrasse, dem Stadthaus+ am Sternenplatz und dem Ja zur Neugestaltung der Hafenpromenade hat die Romanshorner Bevölkerung vorerst allen grösseren städtebaulichen Projekten zugestimmt. Mit ihrer Umsetzung wird sich unsere Stadt in den nächsten Jahren sichtbar verändern. Ich bin überzeugt: Die Hafenstadt gewinnt dadurch als Wohn- und Aufenthaltsort weiter an Qualität.

Diese Veränderung begann nicht erst mit den Abstimmungen. Nach Jahrzehnten des Stillstands und der Uneinigkeit, die wohl im Streit um die Mocmoc-Figur ihren Höhepunkt fand, hat sich in Romanshorn etwas bewegt. Die Hafenstädterinnen und Hafenstädter haben sich zunehmend konstruktiv in neue Ideen, Mitwirkungsveranstaltungen und Projekte eingebracht. So ist Schritt für Schritt eine Kultur des Miteinanders entstanden. Diese hat wesentlich dazu beigetragen, dass die Projekte an der Urne mehrheitsfähig wurden.

Bedeutung weit über Bauprojekte hinaus
Dieses Signal des Aufbruchs bedeutet weit mehr als Investitionen in Bauvorhaben. Romanshorn wird immer weniger mit dem Bild eines verstaubten Bähnlerdorfs verbunden, sondern mit einer modernen, lebenswerten Stadt mit aufgeschlossenen Einwohnerinnen und Einwohnern. Das ist vielleicht der positivste Effekt: Die Projekte stärken das Bild einer toleranten Gesellschaft, die offen und zukunftsgerichtet ist.

Dabei ist mir wichtig: Toleranz bedeutet nicht, jedes Verhalten gutzuheissen. Es geht darum, Menschen willkommen zu heissen, die sich in unsere Gesellschaft einbringen, ihren Beitrag leisten und Teil unserer Region sein wollen – unabhängig von Nationalität, Religion, Geschlecht, Lebensstil oder sexueller Orientierung.

Mehrwert durch kreative Innovation
Offene Regionen ziehen eher gut ausgebildete, kreative Menschen an. Diese bringen neue Ideen ein, gründen Unternehmen und schaffen zusätzliche Wertschöpfung. Wertschöpfung bedeutet vereinfacht gesagt: Es entsteht wirtschaftlicher Mehrwert durch Arbeit, Einkommen, Investitionen und Lebensqualität. Kurz gesagt: Innovation entsteht dort, wo kreative Menschen zusammenkommen und Neues wagen.

Wenn wir das wissen, stellt sich die Frage: Lässt sich Offenheit überhaupt fördern? Menschen bringen unterschiedliche Persönlichkeiten, Erfahrungen und Prägungen mit. Diese verändern sich nicht auf Knopfdruck. Umso wichtiger ist es, Rahmenbedingungen zu schaffen, die Neugier und Offenheit unterstützen. In Romanshorn und im Oberthurgau braucht es ein Umfeld, in dem Menschen Neues ausprobieren, Fragen stellen und auch ungewohnte Wege gehen dürfen. Unkonventionelle Ideen und positive Vorbilder müssen sichtbarer werden.

Chancen gemeinsam nutzen
Dazu gehören Netzwerke über Fach- und Gemeindegrenzen hinweg. Interdisziplinäre Netzwerke, also Verbindungen zwischen Menschen aus unterschiedlichen Bereichen, brauchen Begegnung, gemeinsame Ziele und den Willen, über den eigenen Gartenzaun hinauszuschauen.

Die Aktion «Upper Thurgau» kann dazu beitragen, Kräfte zu bündeln und den Oberthurgau stärker sichtbar zu machen. Wir werden dadurch nicht zu einem zweiten Silicon Valley. Das müssen wir auch nicht. Aber wir können eine florierende Region werden: eine Region, die wirtschaftlich und gesellschaftlich aufblüht, über den Oberthurgau hinaus Impulse setzt und der Region St.Gallen– Bodensee mehr Leben einhaucht.

Ich bin überzeugt von Romanshorn und vom Oberthurgau. Wenn wir unsere Chancen gemeinsam nutzen, werden wir die Zukunft unserer Region selbstbewusst und erfolgreich gestalten.

Ihr

Roger Martin


Image Title

1/10

Möchten Sie weiterlesen?

Ja. Ich bin Abonnent.

Haben Sie noch kein Konto? Registrieren Sie sich hier

Ja. Ich benötige ein Abo.

Abo Angebote